Die Brunotti Teamriderin Kathrin Borgwarth hat diesen Sommer bereits zum zweiten Male die KTA, die Kitesurf Tour Asia, gewonnen und glänzt täglich in ihrer eigenen Kitesurfschule auf dem Darß / Ostsee. Viele möchten natürlich bei der berühmten…

 

Hallo Kathrin, nice to meet you – wenn auch nur telefonisch. Die KTA ist lang her, aber Deine deutsche Kite-Saison gerade auf dem Höhepunkt (überall Sommerferien und auf dem Darß ist die Hölle los!). Wie fing das denn damals an?…. zum Kiten kommt ja jeder über einen Umweg…

Mit 12 Jahren fing ich mit Windsurfen an, da ich an der Ostsee in Prerow auf dem Darß aufgewachsen bin. Ich arbeitete dann als Tauchlehrer in Ägypten und da der Wind meist grenzwertig für´s Windsurfen war, wollte ich Kitesurfen lernen. Das war vor elf Jahren. Ziel war es, bei wenig Wind zu Kiten und bei viel Wind weiterhin zu Windsurfen. Doch bald war die Faszination des Kitesurfens so groß, dass es auch bei viel Wind mit kleinen Kites auf´s Wasser ging. Mich begeisterte der schnelle Lernfortschritt und das, im Vergleich zum Windsurfen, kleine Material zum Reisen.

Wie ging´s dann weiter?

Ich moderierte nach meiner Ägyptenzeit eine Funsport– und Reisesendung im Internetfernsehen in Berlin und als diese 2 Jahre später eingestellt wurde, beschloss ich den Winter im Warmen zu verbringen und hatte ein Jobangebot als Tauchlehrer auf den Philippinen. Auf einer 8 km kleinen Insel waren aber auch vor 9 Jahren schon 30 Tauchschulen und somit kein Geld zu verdienen. Dafür blies der Wind jeden Tag – perfekte Bedingungen zum Kitesurfing.

Dort habt ihr ja dann auch eine Kiteschule aufgebaut. Wie kam´s dazu?

Ein großes Stehrevier geschützt von einem Außenriff, konstanter Sideonshore Wind und warmes Wasser lieferten perfekte Schulungs- und Lernbedingungen. Wir schrieben kurzerhand alle Reiseveranstalter in Europa an und hatten Glück. Sie waren genauso begeistert wie wir und mit den Reiseveranstaltern im Rücken fingen wir an zu bauen. Eine Kiteschule und ein Restaurant und zwei Jahre später die Bungalowanlage Surfers Home Boracay. Die Saison auf Boracay geht von Oktober bis April und somit bot es sich an , den Rest des Jahres im Sommer in Deutschland zu schulen und so eröffnete ich in Prerow die Kiteschule Darß. Nach wie vor macht mir das Unterrichten Spaß und ich freue mich, wenn die Begeisterung am Kiten auf die Schüler überspringt und sie sich über ihre ersten gefahrenen Meter freuen.

Wo waren deine ersten Kitesurf Contest Erfahrungen?

Ich fuhr auf Boracay kleine internationale Wettkämpfe mit und gewann. Als dann vor 2 Jahren die Kitetour Asien ins Leben gerufen wurde, war ich mit Begeisterung dabei, da sich damit die Möglichkeit bot, andere Spots in Asien zu erkunden und viele neue Leute kennenzulernen. Wir reisten von Boracay meist als Gruppe von 10-15 Freunden zu den Tourstopps, was das Reisen immer zum Erlebnis macht.

Das klingt super! Was verbindest du – außer deine Siege – mit der Kitesurf Tour Asia?

Das Besondere an der Asientour ist, dass viele der asiatischen Fahrer durch die Tour überhaupt erst einen Reisepass bekommen haben, das erste Mal im Flieger gesessen haben und aufgeregt neue Länder erkundeten. Die Tour brachte uns nach Hongkong, Vietnam, Thailand, China/ Hainan, Daet/Philippinen, Boracay. Mit der Basis Boracay im Winter ist die Tour finanzierbar, da die Flüge und auch die Unterkünfte innerhalb Asiens sehr günstig sind bzw. oftmals Übernachtungen auch von der Tour übernommen werden. Die erste KTA 2009/2010 gewann ich im Freestyle und Race, bei der 2010/2011 KTA gewann ich das Race und wurde 2. Im Freestyle. 2010 nahm ich auch an der Kitetour Europa teil und belegte den 2. Platz im Race und den 4. Platz im Freestyle.

Wie sieht´s mit Sponsoren aus? Immerhin ist dein Erfolg eine gute Grundlage für eine Zusammenarbeit.

Nach den Erfolgen der ersten Asien-Tour war ich glücklich, F One und Brunotti als Sponsoren zu haben, die mich in jeder Hinsicht sehr unterstützen und auf deren Material (F One Bandit und Brunotti Raceboard Harakana Sana) ich mich verlassen konnte. Ich freue mich, dass Jinne Sietsma mich beim Entwickeln der Raceboards nach meiner Meinung fragt und bin gespannt auf das 2012er Board und die neue Asientour, die in diesem Jahr bereits im September in Taiwan startet.

Ist bei dem vielen Reisen überhaupt ein Privatleben möglich?

Ich pendle bereits seit 9 Jahren zwischen den Kontinenten. Das Reisen und Entdecken macht mich nach wie vor glücklich und meine Freunde haben sich an mein „Zugvogelverhalten“ gewöhnt. Das Kitesurfen hat mein Leben verändert, aber ich kann mit meinem Hobby meinen Lebensunterhalt sichern und mache, auch wenn es viel Arbeit ist, genau das, was mir Spaß macht. Ich freue mich, dass mich meine Familie und meine Teams in den Kiteschulen als auch im Resort unterstützen und mir den Rücken freihalten, wenn ich auf Reisen bin.

Wie sieht deine Zukunft aus? Was ist als nächstes geplant?

Ich bin gespannt auf die European Championships in Polen und auf die Kitetour Asien, die im September mit einem neuen Ziel in Taiwan startet. Vor jedem Asientourstop werde ich ein Kitesurf Camp für einheimische Kids veranstalten – die Champions der Zukunft, denen der Sport oftmals komplett ihr Leben und ihre Möglichkeiten ändert.